Über das Projekt

Die Arbeitsgruppen


Idee, Partner und Unterstützung


Projektidee

Das Medienprojekt „Vorurteile? – Kenn´ ich nicht!“ erinnert zusammen mit Jugendlichen aus ganz Deutschland an die Nürnberger Rassengesetze. Außerdem wurde versucht aufzuzeigen, wem Vorurteile nützen und wem sie schaden. Mithilfe der Jugendlichen wurden Ideen entwickelt, um andere davon zu überzeugen, dass Vorurteile nerven. Und zu so etwas wie den Nürnberger Rassengesetze führen können.

Projektpartner

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Die Bundeszentrale für politische Bildung orientiert sich mit ihrem Bildungsangebot an den Grundfragen der demokratischen Entwicklung und des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Das Ziel ist es, das demokratische Bewusstsein in der Bevölkerung zu fördern und die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu motivieren und zu befähigen, mündig, kritisch und aktiv am politischen Leben teilzunehmen.
Um dieses Ziel zu erreichen entwickeln sie Bildungs- und Diskussionsangebote, mit denen sie Kenntnisse, Einblicke und Verständnis in geschichtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge politischer, sozialer, kultureller, ökonomischer und ökologischer Prozesse vermitteln wollen.
Zeitgeschichtliche und aktuelle politische und gesellschaftliche Probleme werden aufgegriffen, mit dem Ziel, Hintergrundinformationen zu vermitteln und die unterschiedlichen politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Positionen zur Diskussion zu stellen.

Haus der Wannsee-Konferenz
Das Haus der Wannsee-Konferenz ist eine Gedenk- und Bildungsstätte. Hier fand am 20. Januar 1942 eine Besprechung von 15 hochrangigen Vertretern der nationalsozialistischen Regierungsbehörden und des Sicherheitsdienstes der SS statt. Sie besprachen in 90 Minuten, wie sie den Mord an 11 Millionen deutschen und europäischen Juden am besten organisieren und durchführen können. Dadurch ist der Ort besonders durch die Perspektive der Täter bestimmt. In einer Ausstellung, einer Mediathek und mit unterschiedlichen Bildungsangeboten können sich Gäste des Hauses über Tätergruppen und Tatkomplexe informieren. Die Wannsee-Konferenz wird in den Zusammenhang der Entwicklung der Verfolgung der europäischen Juden und die allgemeine nationalsozialistische Verfolgungspolitik gestellt. Außerdem sollen die Folgen dieser Geschichte nach 1945 deutlich gemacht werden und die Besucherinnen und Besucher auf Phänomene wie Antisemitismus und Rassismus aufmerksam gemacht werden.

Projektumsetzung

JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
In einer einzigartigen Kombination aus Forschung und Praxis unter einem Dach untersucht das JFF, was Menschen mit Medien tun, wie sie sich mediale Angebote aller Art aneignen, welche Chancen und Schwierigkeiten dabei entstehen und setzt dieses Wissen in pädagogische Modelle um. In praktischen Projekten, Angeboten und Strukturen werden Menschen in ganz Deutschland dabei unterstützt, Medien kompetent zu nutzen. Von Beratung über Evaluation und Expertise bis Workshops und eigene Veröffentlichungen, bietet das JFF Medienpädagogik in allen Formen aus einer Hand.

Der Projektverlauf


Auftaktveranstaltung 11.-13.09.2015 | Berlin


Die Auftaktveranstaltung fand vom 11. bis zum 13.09.2015 in den Räumlichkeiten der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz statt.
29 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet sind der Einladung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) nach Berlin gefolgt.

Beim Auftakt wurden die beteiligten Institutionen und unterstützenden Personen vorgestellt. Erste inhaltliche Auseinandersetzungen bezüglich des Projektthemas fanden in Form von Vorträgen, Führungen, Gruppenarbeiten und Diskussionen statt. Die Jugendlichen lernten einander kennen und erste Ideen zur medialen Umsetzung ihrer Ideen wurden entworfen.
Inhaltlichen Input zur Geschichte des Nationalsozialismus und tradierter Vorurteilsstrukturen v.a. gegenüber gläubigen Jüdinnen und Juden erhielten die Teilnehmenden in Führungen durch die ständige Ausstellung des Hauses der Wannsee-Konferenz. Außerdem hielt Petra Rosenberg, Geschäftsführende Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg und Tochter des Auschwitz-Überlebenden Otto Rosenberg, einen Vortrag mit dem Schwerpunkt auf der Ausgrenzung und Vernichtung von Sinti und Roma im NS-Staat.
Darüber hinaus fand eine Stadtführung mit einem ehemaligen Obdachlosen statt. Uwe verband persönliche Erlebnisse mit historischer Vergangenheit (v.a. deutsch-deutscher Geschichte und Wiedervereinigung) und seine Erfahrungen der Obdachlosigkeit.
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung stiegen die Jugendlichen in die eigentliche Projektarbeit ein. Drei formatorientierte Gruppen wurden gebildet, in denen sich mehrere inhaltliche Ideen realisieren lassen: (1) Interaktiv & Animation, (2) Film & Video und (3) Blog und Öffentlichkeitsarbeit. Mehrfach wurde von Teilnehmenden der Wunsch geäußert, auch über die Projektgruppe hinaus Resonanz zu erzeugen und z.B. Projektergebnisse, aber auch -prozesse via Internet (z.B. in Form einer Website oder eines Blogs) der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So entstand diese Website.

Workshop 15.-17.01.2016 | Köln


Der zweite Workshop vom 15.01.-17.01.2016 fand im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln statt. Trotz eines Schwerpunktes auf der weiteren Bearbeitung der Teilprojekte war hier auch Zeit, den Teilnehmenden die Rahmenbedingungen des NS-Staates sowie heutige Vorurteilsstrukturen näher zu bringen. Hierzu standen die bpb, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NS-Dok, des HWK und die Medienpädagoginnen und Medienpädagogen in ständigem Kontakt, um die inhaltliche Vermittlung mit der Gruppenarbeit zu koppeln.

Neben einer Führung durch das NS-Dokumentationszentrum wurden weitere inhaltliche Einheiten durch das Haus der Wannsee-Konferenz fortgesetzt. Es wurde verdeutlicht, warum das Projekt „Vorurteile? Kenn ich nicht“ sehr aktuell in seiner Thematik ist, aber dennoch seinen Ursprung in der Geschichte der Nürnberger Rassengesetze findet. Diskriminierungsprozesse gegen Sinti und Roma, Schwarze, „Asoziale“ und Homosexuelle sowie Menschen mit Behinderung und deren Kontinuitätslinien wurden mit Hilfe eines Zeitstrahls nachgezeichnet.

In den formatorientierten Gruppen konzentrierten sich die Jugendlichen auf die Ausarbeitungen ihrer Ideen. Beispielsweise machten sie sich mit den technischen Möglichkeiten (Programmierumgebung, Umgang mit Kamera etc.) vertraut, entschieden sich für Filmfomate, entwarfen Interviewleitfaden und führten erste Befragungen durch.

Workshop 22.-24.04.2016 | Hamburg


Auch im dritten Workshop gestaltete das Haus der Wannsee-Konferenz inhaltliche Inputs und spielerische Methoden. Diese Einheiten zielten darauf ab, die Jugendlichen zu neuen Reflexionsprozessen und Diskussionen zu motivierten, auf bestimmte Gesellschaftsstrukturen aufmerksam zu machen und herauszuarbeiten, ab wann Vorurteile zum Problem werden und wie mit erkannten Vorurteilen umgegangen werden kann.

Danach arbeiteten die Gruppen erneut an ihren unterschiedlichen Formaten.
Die Web-App über die Flucht entwickelte sich weiter, indem die Varianten der Geschichte sowie das Template der einzelnen Fluchtstationen finalisiert wurden. Die Film-Gruppe setzte sich mit dem Drehbuch und den enthaltenen Themen auseinander. Die Doku- und Bloggruppe produzierte Material für die Website wie Interviews, Fotos und Texte.

Workshop 03.-05.06.2016 | München

Das Workshop-Wochenende im Medienzentrum München war ganz der Fertigstellung der Produkten in den Gruppen gewidmet. Die Arbeitsgruppen haben intensiv an ihren Produkten gearbeitet und teilweise bis in die Nacht hinein geschrieben, geschnitten, vertont, layoutet usw.

Abschlussveranstaltung 24.09.2016 | Leipzig

Die TeilnehmerInnen kamen noch einmal zum gemeinsamen Projektabschluss im Bayerischen Bahnhof in Leipzig zusammen. Sie stellten das Projekt sowie ihre Produkte und die Gedanken dahinter weiteren Jugendlichen vor. Besonders die verschiedenen Formen und ansprechenden Aufbereitungen der Themen fanden großen Anklang.